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1. - 19. Jahrhundert:
Vom 1. bis zum 4. Jahrhundert n. Chr. gehörte das Gebiet des heutigen Kroatien zur römischen Provinz Pannonien. Die Awaren, ein asiatisches Nomadenvolk, eroberten die Region im 6. Jahrhundert. Sie wurden im 7. Jahrhundert von den einwandernden Kroaten (einem südslawischen Volk) vertrieben. Diese wurden in der Folgezeit von den Franken besiegt. Später wurde die Region in die Herzogtümer Kroatien und Slawonien aufgeteilt. 925 entstand das unabhängige Königreich Kroatien, das bis zum Ende des 11. Jahrhunderts bestand, als eine Periode der politischen Anarchie zur Intervention Ungarns führte. Es entstand ein gemeinsames Reich mit Ungarn (1102-1918). Durch die Niederlage der Ungarn in der Schlacht bei Mohács (1526) kam das gesamte Territorium unter die Herrschaft des Osmanischen Reiches. Um im Kampf gegen die Türken Unterstützung zu finden, schlossen sich Ungarn und Kroatien dem Habsburger Kaiserreich an. Als die Türken 1699 geschlagen wurden, endete die osmanische Herrschaft über Ungarn und Kroatien, die nun Teil des Habsburgerreiches wurden. Obwohl Istrien und Dalmatien zwischenzeitlich von Venedig und Frankreich kontrolliert wurden, war Kroatien bis zur Ungarischen Revolution (von 1848 bis 1849) ein autonomes Königreich, das zum Habsburgerreich gehörte. 1867 entstand die Doppelmonarchie Österreich-Ungarn, Kroatien wurde im folgenden Jahr der ungarischen Krone unterstellt. 1881 schloss sich Kroatien offiziell mit Slawonien zusammen. Mit dem Ende der Habsburgermonarchie nach dem 1. Weltkrieg (1914-1918) endete die Verbindung Kroatiens mit Österreich-Ungarn.

Im 1. Weltkrieg
kämpften Kroaten und Serben größtenteils gemeinsam mit dem Ziel, ein vereinigtes Königreich aller südslawischen Völker zu errichten. Nach dem Sturz der Habsburgermonarchie wurde Kroatien am 1. Dezember 1918 Teil des unabhängigen Königreiches der Serben, Kroaten und Slowenen mit dem serbischen König Alexander I. an der Spitze. Als die Konflikte zwischen den Kroaten und Serben zu größeren nationalen Spannungen führten, verstärkte Alexander die Kontrolle über das Land und benannte das Königreich 1929 in Jugoslawien (Land der Südslawen) um. Die Spannungen zwischen den beiden Volksgruppen hielten jedoch an, und die Nachkriegsgeschichte des Staates wurde vom Kampf der Kroaten nach größerer politischer Unabhängigkeit gekennzeichnet. 1934 wurde Alexander von einem kroatischen Extremisten ermordet. Die faschistische Ustascha-Bewegung fand bei der unzufriedenen kroatischen Landbevölkerung allmählich Zustimmung. 1939 wurde ein Gebiet abgegrenzt, das den Namen Kroatien erhielt und annähernd den heutigen Grenzen der Republik entspricht.

2. Weltkrieg:
Nach dem Einmarsch deutscher und italienischer Truppen in Jugoslawien 1941 während des 2. Weltkrieges wurde der unabhängige Staat Kroatien gegründet. Dieser Staat entstand als Folge der Invasion und Auflösung Jugoslawiens durch die Achsenmächte. Italien erkannte den faschistischen Staat unter dem Ustascha-Regime an. Es begann ein Völkermord gegen Einwohner nichtkroatischer Abstammung. Tausende von Juden, Serben, Roma und kroatischen Regimegegnern wurden ermordet. Die restlichen Kriegsjahre kämpften Kroaten und Serben gegeneinander. Die antifaschistischen Partisanen unter der Führung des Kroaten Josip Broz Tito bekämpften das von Italien gestützte Ustascha-Regime, das 1944 zusammenbrach. Nach Kriegsende versuchte Tito, die verschiedenen Teile Jugoslawiens auszusöhnen, und gründete die Volksrepublik Jugoslawien, mit Kroatien als einer ihrer Teilrepubliken. Nach dem Friedensvertrag mit Italien (1947) fiel ein Großteil Istriens, ein ehemals italienisches Gebiet, an Kroatien. Alle Versuche, den Nationalismus wieder aufleben zu lassen, wurden unterdrückt.

Unabhängigkeit:
Deutschland erkannte die Republik Kroatien am 23. Dezember 1991 als selbständigen Staat an. Die restlichen EG-Staaten schlossen sich am 15. Januar 1992 an und leiteten damit die internationale Anerkennung des Staates ein. Am 2. Januar, vor der Anerkennung durch die EG, wurde zwischen der JVA und der kroatischen Nationalgarde ein Vertrag über einen Waffenstillstand unterzeichnet. Die UN entsandte im Februar 14 000 Mann starke Friedenstruppen (UNPROFOR) zur Überwachung des Rückzugs der JVA aus Kroatien und der Demilitarisierung der drei serbischen Enklaven. Die UNO-Truppen hatten jedoch nur begrenzten Erfolg. Obwohl sich die JVA zurückzog, behielten Einheiten der kroatischen Serben die Kontrolle über das Gebiet, das sie 1991 durch die Vertreibung der 300 000 in Ostslawonien lebenden Kroaten annektiert hatten. Im Juni kam es erneut, trotz UN-Präsenz, zu einem Ausbruch der Kämpfe, als die kroatischen Streitkräfte versuchten, die serbisch besetzten Gebiete zurückzuerobern. 1992 hatte Kroatien begonnen, die Kroaten in Bosnien und Herzegowina zu unterstützen, die ein Drittel des bosnischen Territoriums eingenommen und den kroatischen Splitterstaat Herceg-Bosna gegründet hatten, dessen nationalistisch gesinnte Vertreter für einen Zusammenschluss mit Kroatien plädierten. Die EG drohte mit Sanktionen, falls Kroatien seine militärischen Einmischungen in Bosnien und Herzegowina nicht beenden würde.

Chronologie 1993 - 1997:
Mitte 1993 wurde deutlich, dass der Vance-Owen-Friedensplan des britischen Politikers und Vertreters der EG, Lord David Owen, und des UN-Vertreters Cyrus Vance gescheitert war. Im Januar 1993 durchbrach Kroatien die Linien der UN-Friedenstruppen und startete eine neue Offensive gegen die serbische Enklave Krajina, woraufhin die Föderative Republik Jugoslawien (Serbien und Montenegro) mit einer Intervention drohte. Es kam das ganze Jahr über zu vereinzelten Kämpfen. Das UN-Friedensmandat wurde vom Sicherheitsrat der UN im Oktober verlängert. Die Verhandlungen wurden fortgesetzt, und am 19. Januar 1994 wurde ein bilateraler Vertrag zwischen Kroatien und Serbien unterzeichnet, der die Wiederherstellung der Kommunikations- und Transportverbindungen zwischen den beiden Republiken vorsah. Die kroatischen Serben hielten zu diesem Zeitpunkt immer noch etwa 30 Prozent des kroatischen Territoriums besetzt, und der serbische Präsident Slobodan Milosevic weigerte sich, den Vertrag um eine Klausel zur gegenseitigen Anerkennung zu erweitern.

Im März 1994 unterzeichneten die bosnische Regierung, die bosnischen Kroaten und Kroatien einen Vertrag zur Gründung einer Föderation der bosnischen Muslime und Kroaten und deren spätere Einbindung in einen Staatenbund mit Kroatien. Die Situation zwischen Kroaten und den kroatischen Serben blieb gespannt. Nur durch die Präsenz der UN-Truppen wurde der Waffenstillstand aufrechterhalten. Der instabile Frieden in Kroatien geriet im Januar 1995 in Gefahr, als Tudjman erklärte, dass das UN-Friedensmandat am 31. März ablaufen würde und die Friedenstruppen bis Juni das Land verlassen müssten. Die kroatische Regierung befürchtete, dass die Präsenz der UN-Friedenstruppen die serbischen Ansprüche auf die Krajina und andere autonome Gebiete festigen würden.

Anfang Mai 1995 überschritten die kroatischen Einheiten die Linien der UN-Truppen und brachten die von Serben besetzte Enklave Westslawonien wieder unter ihre Kontrolle. Im August 1995 eroberten kroatische Truppen die Krajina, die ansässige serbische Bevölkerung flüchtete größtenteils nach Serbien und Bosnien. Einen Monat später wurde in Ostslawonien ein Waffenstillstand geschlossen. Der UN-Sicherheitsrat beschloss im Januar 1996 die Entsendung von etwa 5 000 Soldaten und zivilen Beobachtern, die das Gebiet bei der Wiedereingliederung in kroatisches Staatsgebiet begleiten sollten. Bei den Wahlen zur Abgeordnetenkammer im Oktober 1995 setzte sich die von Präsident Tudjman geführte Kroatische Demokratische Gemeinschaft (HDZ) als stärkste Partei durch. Zur gegenseitigen Anerkennung zwischen Kroatien und der Föderativen Republik Jugoslawien kam es am 23. August 1996. Internationale Aufwertung erlebte Kroatien durch die Aufnahme in den Europarat am 6. November 1996. Das Land ist der 40. Mitgliedsstaat in dieser Organisation, der vorher bereits Slowenien und Makedonien beigetreten waren. Bei den Kommunal- und Oberhauswahlen am 13. April 1997 behauptete die von Präsident Tudjman geführte HDZ ihre Vormachtstellung.

 
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