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Glagolitische und Lateinische Schrift

Das Kroatische gehört zur Gruppe der südslawischen Sprachen, ebenso wie zum Beispiel Slowenisch, Serbisch oder Bulgarisch. Es wird in lateinischen Buchstaben geschrieben, die durch Zeichen oder Buchstabenfolgen, die einen besonderen Lautwert besitzen, ergänzt werden.

Das Kroatische wird in verschiedene Dialekte unterteilt, die in den einzelnen Regionen (zum Beispiel Cakavski-Dialekt in Istrien Norddalmatien und vielen Inseln; Kajkavski in der Gegend um Zagreb; Stokavski, ebenfalls nochmals in drei Varianten unterteilt, in den übrigen Regionen) gesprochen werden, jedoch gilt das Stokawisch-jekawische weitgehend als Standardform.

Seit der Eigenständigkeit Kroatiens hat sich die Sprache gewandelt. Viele gebräuchliche Wörter, die in den übrigen Regionen des damaligen Jugoslawiens genutzt wurden, wurden verbannt und man besinnt sich auf alte, urkroatische Ausdrücke. Kurioser Weise gibt es dagegen Ausdrücke aus anderen Sprachen, die ganz normal in den täglich Sprachgebrauch integriert wurden, wie zum Beispiel "Kindergarten"!

Geschichte der Sprache und Schrift:
Im 7./8. Jahrhundert nahmen die christianisierten Kroaten die lateinische Sprache als Kirchensprache an. In Istrien sowie auf manchen nordadriatischen Inseln und im Inneren Dalmatiens, erschienen im 10. Jahrhundert auch liturgische Texte in altslawischer Sprache, dem sogenannten Kirchenslawisch, die in glagolitischen Buchstaben geschrieben wurden. Aus diesem Kirchenslawisch bildete sich die Urform des Kroatischen.
In Süddalmatien dagegen wurde das Kirschenslawisch und das umgangssprachliche Kroatisch mit Hilfe einer kyrillischen Schrift mit besonderem Schriftbild niedergelegt. Die Kroaten sind die einzigen Katholiken in Europa, denen Rom mehrmals die Erlaubnis gab, eine andere Schrift und eine andere Sprache als das Lateinische für ihre Liturgie zu verwenden.
Ab dem 14. Jahrhundert setzte sich das lateinische Alphabet für profane Texte durch. Das von der Kirche weiterhin verwendetete glagolitische Alphabet und das kyrillische hielten sich bis zum 19. Jahrhundert.

Das glagolitische Alphabet wurde im 9. Jahrhundert erfunden, wahrscheinlich vom heiligen Kyrillos und seinem Bruder, dem heiligen Methodios, um die Evangelien aus dem Griechischen ins Kirchenslawische zu übersetzen. Dieses Alphabet blieb bis zum 16. Jahrhundert vorherrschend, in manchen Gemeinden Dalmatiens und Istriens hielt es sich sogar bis ins 19. Jahrhundert.

Die kroatischen Annalen:
1100: Die Tafeln von Baska, eines der frühesten Dokumente des schriftlichen Gebrauchs der kroatischen Sprache .
1177: Die Bürger von Zadar grüßen Papst Alexander mit Liedern in kroatischer Sprache.
1248: Der Papst erteilt dem Bischof von Senj die Zustimmung zum Feiern der Liturgie in kroatischer Sprache.
1288: Der Kodex von Vinodol, in kroatischer Sprache abgefaßt
1440: Das Poljica Statut, in kroatischer Sprache abgefaßt.
1483: Hrvoje s Missal, das erste gedruckte Buch in kroatischer Sprache.
1501: M.Marulic´ beendet Judita "u versih harvacki" (in kroatischen Versen).
1604: Bartol Kasic veröffentlicht die erste kroatische Grammatik.
1756: Druck des Razgovor ugodni naroda slovinskoga von A.K.Miosic.
1806: II Regio Dalmata - Kraljski Dalmatin, die erste kroatische Zeitung.
1830: Ljudevi Gaj, Kratka osnova hrvatsko-slovenskog pravopisanja (Grundlagen der kroatisch-slovenichen Orthographie).
1831: Janko Draskovic, Disertacija (Dissertation), das Hauptwerk der illyrischen Bewegung (nationale Erweckung).
1835: Novine horvatske, Danica horvatsko- slavonsko-dalmatinska, kroatische Zeitung.
1842: Gründung der Matica Hrvatska, nationales kroatisches Kulturinstitut und Verlagshaus .
1847: Die kroatische Abgeordnetenversammlung erklärt kroatisch zur offiziellen Sprache.
1874: Gründung der kroatischen Universität in Zagreb.

 
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