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| | Kurzer Überblick
Im gemeinsamen Jugoslawien war Kroatien nach Slowenien die wirtschaftlich am weitesten entwickelte Teilrepublik. Am Bruttoinlandsprodukt tragen Dienstleistungen (u.a. Handel und Fremdenverkehr) einen Anteil von 62%, die Industrie 25%, Landwirtschaft und Fischfang 12% bei. 1996 erzielte Kroatien erstmals seit der Unabhängigkeit im Jahre 1991 ein kräftiges Wirtschaftswachstum. Dennoch betrug das BIP im Sommer 1996 erst 75% des Standes von 1990. Grund hierfür ist der dramatische Einbruch der Wirtschaft im zerfallenden damaligen Jugoslawien in den Jahren 1990 bis 1992, sowie die Stagnation in den folgenden 3 Jahren. Insbesondere im Außenhandel mußte sich der neue Staat umorientieren, nachdem der Binnenmarkt der SFR Jugoslawien verschwand. Die Veränderungen in den übrigen ehemaligen Staatshandelsländern Mittel- und Osteuropas, die zuvor bedeutende Abnehmer auch von kroatischen Produkten waren, trugen ebenfalls zum Verlust vieler Absatzmärkte bei.
Die direkten Kriegsschäden beziffert die Regierung auf etwa 27 Milliarden USD. Die indirekten Schäden, beispielsweise durch das fehlen von Tourismuseinnahmen, seien jedoch doppelt so hoch. Der Tourismus und die Bauwirtschaft sind denn auch seit dem Friedensabkommen von Dayton die Zugpferde für die konjunkturelle Erholung Kroatiens. Dennoch liegt die offizielle Arbeitslosenquote bei 17,8%. Diese könnte in den kommenden Jahren sogar noch weiter steigen.
Nach Hyperinflationsraten in den 80er und den frühen 90er Jahren, mit denen nur einige südamerikanische Staaten -mithalten- konnten, schaffte es Kroatien ab Herbst 1993 mit einem radikalen Stabilitätsprogramm, die Geldentwertung zu stoppen und das Haushaltsdefizit zu begrenzen. Eine Folge dieser bemerkenswerten Währungspolitik ist eine stabile Kuna. Andererseits ist diese Politik nicht unumstritten, da hohe Zinsen und Steuern, sowie niedrige Löhne die Wirtschaft, bzw. weite Bevölkerungskreise empfindlich treffen. Investitionen werden größtenteils nur in nicht kapitalintensive Bereiche (z.B.: Cafés, Diskotheken,...) getätigt. Ausländische Investoren halten sich wegen dem zu kleinen kroatischen Binnenmarkt, der Bürokratie und der schlechten Infrastruktur ebenfalls zurück.
Zur Behebung dieses Problems plant die Regierung große Investitionen in die Infrastruktur. So werden zum Beispiel bis zum Jahre 2004 Autobahnen ganz Kroatien verbinden. Die Reise von Rijeka nach Dubrovnik, Slowenien und Ungarn wird dann enorm erleichtert.
1997 wurde auch eine Steuerreform mit der Einführung der Mehrwertsteuer durchgeführt. Die Verteidigungskosten verschlangen 1994 noch 33% der öffentlichen Ausgaben, jedoch ist eine Verschiebung zu Gunsten des Wiederaufbaus erkennbar. Der Privatisierungsgrad hat ebenfalls bereits 54% erreicht. Besonders kleinere und mittlere Betriebe sind privatisiert.
Ein anderes Problem ist das hohe Handelsbilanzdefizit. Mageren Exporten stehen hohe Importe gegenüber. Der kroatische Wirtschaftsminister geht davon aus, daß erst im Jahre 2002 oder 2003 das BIP-Niveau des Vorkriegsjahres 1990 erreicht sein wird. Jedenfalls öffnet sich Kroatien zum Westen hin und der Beitritt zur NATO und zur EU wird angestrebt.
Lage, Bodenbeschaffenheit und Relief, Klima, sowie Flora und Fauna bestimmten von alters her die Formen der menschlichen Erwerbstätigkeit an der kroatischen Küste und ihrem Hinterland. Längs der ganzen Küste und auf den Inseln sind Wein- und Olivenanbau die wichtigsten Wirtschaftszweige. In der Umgebung von Split und Dubrovnik, sowie am Neretva-Unterlauf entwickelte sich auch der Obst- und Gartenbau. Auf dem Reichtum der mediterranen Flora beruht die Herstellung von Heilpflanzen, Kräuterteesorten und ätherischen Ölen. Diesen Pflanzen ist auch die gut entwickelte Bienenzucht zu verdanken. Viehzucht (v.a. Schafzucht) und Ackerbau üben einen bedeutenden Einfluß auf die Ernährungsindustrie aus.
Wegen dem entwickelten Fischfang haben die Fischdosenfabriken einen hohen Anteil an der Ernährungsindustrie, wie auch die plantagenmäßige Austern- und Miesmuschelnzucht. Ebenfalls wichtig für die kroatische Wirtschaft sind die Salinen, die seit dem Mittelalter in Betrieb sind. (Die größte befindet sich auf der Insel Pag.)
Im Hinterland gibt es auch Erzvorkommen (Kohle, Pech, Asphalt). Ebenfalls zu erwähnen sind die zahlreichen Steinbrüche in Istrien und auf den Inseln (v.a. auf der Insel Braè). Wichtig sind die Bauxit-Vorkommen in Istrien und im dalmatinischen Hinterland, die insbesondere in ©ibenik eine Aluminiumindustrie entstehen ließen. Vor der adriatischen Küste gibt es auch reiche Erdölvorkommen. In Omi¹alj auf der Insel Krk befindet sich ein berühmter Ölhafen.
Ein Wirtschaftszweig, der sich Ansehen auf der gesamten Welt verschafft hat, ist der kroatische Schiffsbau. Werften kommen in allen größeren Städten, überall entlang der Küste vor. Der größte kroatische Hafen ist Rijeka, gefolgt von Ploce, das eine große Bedeutung für die Wirtschaft von Bosnien und Herzegowina hat, und Split, der größten Küstenstadt.
Der jüngste Wirtschaftszweig an der Adria ist der Fremdenverkehr. Er ist auch gleichzeitig der wichtigste Wirtschaftszweig für die dortige Bevölkerung. Es gibt kaum jemanden, der nicht, zumindest in der Sommersaison, im Tourismus beschäftigt ist. Die meisten Touristen beherbergen in letzter Zeit Istrien (v.a. die Stadt Porec), Dubrovnik und die verschiedenen Inseln.
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